<< Geschichte Simson >>

     

 

     

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Die „goldenen Jahre“ (1854-1933)

1854 wurde ein ehemaliger Stahlhammer von den jüdischen Brüdern Löb und Moses Simson angekauft. Zunächst wurde weiterhin die Produktion von Holzkohlenstahl fortgesetzt (Holzkohlenstahl wird u.a. zur Waffenproduktion eingesetzt). Die Firma wurde mit dem Namen Simson & Co. schließlich mit etwa 20 Mitarbeitern 1856 in der thüringer Stadt Suhl gegründet. Ursprünglich produzierte diese Firma neben Äxten, Meißeln und Rohren vorrangig Waffen (Hellebarden), bis 1869 die ersten Fahrräder vom Band liefen. Neben Opel hatte Simson & Co. somit zunächst einen vergleichbar großen Status in der Fahrradproduktion. Im Jahr 1871 nahm man sogar eine der ersten Dampfmaschine in Betrieb. 1896 kamen die ersten luftbereiften Fahrräder auf den Markt. Im Jahr 1904 produzierte man die ersten PKW mit Fünfzylinder-Motor, um dann 1908 schließlich in der Automobilproduktion Fuß zu fassen. Im 1. WK (1914-1918) schränkte man sich jedoch auf die Waffenproduktion ein. Leider dauerten die nachfolgenden Goldenen Zwanziger nicht lange genug an, sodass durch die Weltwirtschaftskrise (1929-1933) die Fahrzeugproduktion 1934 endgültig zum erliegen kam. Das letzte Auto war das ab 1930 gebaute Simson Supra (ein Rennwagen).

Arisierung durch die NSDAP (1934-1945)

Durch den Friedensvertrag von Versailles (10.01.1920) war Simson & Co. der einzige erlaubte Waffenproduzent in Deutschland. Dies führte u.a. auch dazu, dass die Nationalsozialisten im Jahr 1934 der Familie Simson die Kontrolle über diese Firma entzogen und ein Treuhänder eingesetzten. Der Firmenname wurde in Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke Simson & Co. abgeändert. Nach der endgültigen Enteignung der jüdischen Familie („Arisierung“) stellte man jedoch baldig die Fahrzeugproduktion zu Gunsten der Rüstungsproduktion ein. Der Firmenname änderte ein weiteres Mal zu Berlin-Suhler Waffenwerke (Abk. BSW). Das einzige hergestellte Fahrzeug dieser Zeit war das erste ab 1936 gebaute motorisierte Zweirad, die BSW 98. Glücklicher Weise konnte die Familie Simson 1936 in die USA vor den Nationalsozialisten fliehen. 1939 erfolgte eine nochmalige Umbenennung in Gustloff-Werke - Waffenwerk Suhl. Die Mitarbeiterzahl wuchs auf über 6000 Leute an.

Demontage nach dem 2.Weltkrieg (1946-1947)

Nach dem 2.WK wurden die Werke als Rüstungsbetrieb eingestuft. Aufgrund dessen demontierte man 1946 einen großen Teil und transportierte diesen in die Sowjetunion. Der verbleibende Rest wurde nun für die Produktion von Kinderwagen, Fahrrädern und später auch Jagdwaffen unter dem Namen Simson & Co. Suhl eingesetzt. In dem gleichen Jahr wurde das Werk in die Sowjetische Aktiengesellschaft Awtowelo (Abk. AWO) eingegliedert. Ab dem 05.05.1947 heiß der Betrieb Staatliche Aktiengesellschaft Awtowelo.

Entwicklung weiterer motorisierter Zweiräder vor und zu DDR-Zeiten (1948-1989)

Erst Ende 1948 kam ein Auftrag von der sowjetischen Militäradministration (SMAD) ein Motorrad mit 250-ccm-Viertaktmotor zu bauen, die AWO 425. Als vorbild dienten vermutlich die EMW bzw. BMW R25.

Am 01.05.1952 wurde das Werk in einen volkseigener Betrieb (Vorgänger der IFA-Industrieverband Fahrzeugbau) der DDR unter dem Namen VEB Fahrzeug und Gerätewerk Simson Suhl. Nach dieser Eingliederung läuft die AWO 425 unter der Bezeinchung Simson 425 vom Band. Nun begann die Produktion der beliebten Mopeds, Mokicks und Roller.

Im Jahr 1964 wird die Produktion der Simson 425 („Dampfhammer“) eingestellt und nur noch Kleinkrafträder mit 50 ccm und 70 ccm hergestellt. Die alleinige Motorradproduktion der DDR übernahmen nun die Motorradwerke Zschopau (Abk. MZ). Diese Produktionsteilung bleibt bis zur Wende 1989 bestehen.

Ab dem 01.01.1968, als Simson sich mit dem VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl zusammenschloss, nahm der Betrieb die Bezeichnung VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann Suhl (Abk. FAJAS) an.

Produktion in der BRD (1990-…)

Die Treuhandanstalt privatisierte bzw. enteignete nach 1989 alle Volkseigenen Betriebe (Abk. VEB’s), und u.a. auch den FAJAS. Nach dieser „Abwicklung“ nahm der Betrieb jedoch sofort als Suhler Fahrzeugwerk GmbH die Produktion von Mokicks wieder auf. Die Mokicks wurden modernisiert und außerdem engagierte man sich im Automobilbau (Hotzenblitz EL-Sport = Elektroauto, entwickelt in Ibach im Hotzenwald). Die Fertigungszahlen dieses Elektroautos beliefen sich jedoch wegen mangelndem Interesse nur auf 140 Stück.

Die Firma meldete schließlich am 28.06.2002 Insolvenz an. Im Mai 2003 wurde alsbald der Firmenbesitz versteigert. Glücklicherweise ist der Ersatzteilbestand vorerst gesichert, da Teilehändler und ein Großhändler (welcher sogar neue teile produziert) weiter verkaufen.


Verlauf der Produktion von 1954 bis 2002:

1854-1933: Simson & Co.

1854-1933: Produktion von Holzkohlenstahl
1856-1933: neben Äxten, Meißeln und Rohren vorrangig Waffen (Hellebarden)
1869-1933: Erste Fahrräder
1896-1933: Erste luftbereifte Fahrräder
1904-1914: Erste PKW mit Fünfzylinder-Motor
1914-1918: Waffenproduktion (Karabiner, Maschinengewehre, Pistolen, leichte Geschütze, Flugmotoren und Sanitätskraftwagen

1919-1933:

Serienproduktion von Automobilen der Luxusklasse

1930-1933:

Simson Supra, ein Rennwagen

1934-1945: BSW (bis 1939) und Gustloff-Werke

1934-1939: Fahrräder und Kinderwagen

1936-1939:

BSW 98, das erste motorisierte Zweirad war steuer- und führerscheinfrei zu fahren

1939-1945:

Karabiner, 2- und 3,7-cm-Fliegerabwehrkanonen (Flak), Maschinengewehre und Kommandogeräte für Flugzeuge

1946-1947: Simson & Co. Suhl

1947-1948:

Kinderwagen, Fahrrädern und später auch Jagdwaffen

1948-1989: Awtowelo (bis 1952) und VEB

1948-1964: AWO 425 bzw. ab 1952 unter der Bezeichnung Simson 425, das zweite motorisierte Zweirad.

1963-1967:

GS50, Geländesportmaschine, welche für die Six-Days-Rennen entworfen
1964-1967?: GS75, Geländesportmaschine, welche für die Six-Days-Rennen entworfen
1970: GS100, Geländesportmaschine, welche für die Six-Days-Rennen entworfen
1971: GS50-1 und GS 75-1, Geländesportmaschine zum käuflichen Erwerb durch die Motorsport-Clubs ADMV der DDR
1955-1957: SR1
1957-1959: SR2
1964-1967: SR4-1 P und SR4-1 K
1964-1970: SR4-1 SK
1964-1968: SR4-2
1964-1975: SR4-2/1
1966-1971: SR4-3
1972-1975: SR4-4

 

1959-1964: KR50
1964-1968: KR51 und KR51 F
1968-1980: KR51/1 und KR51/1 F
1971-1980: KR51/1 S
1974-1980: KR51/1 K
1980-1986: KR51/2 N
1980-1986: KR51/2 E
1980-1986: KR51/2 L

1961-1968:

Piccolo DUO

1968-1970:

Piccolo DUO2

1970:

Piccolo DUO3

1972-1973: Piccolo DUO4
1973-1989: DUO4/1

 

1970-1971: SL 1
1971-1972: SL 1S

 

1975-1980: S50 N
1975-1976: S50 B
1976-1980: S50 B1
1976-1980: S50 B2
1980-1988: S51 N
1980-1988: S51 B1-3
1980-1989: S51 B1-4
1982-1988: S51 E und S51 E/4
1983-1989: S51 C
1984-1988: S70 C
1984-1988: S70 E und S70/2
1989-1990: S51/1 B, S51/1 E, S51/1 E1, S51/1 C und S51/1 C1

 

1986-1988: SR50 N
1986-1989: SR50 B3 und SR50 B4
1986-1988: SR50 CE
1987-1989: SR50 C
1987-1988: SR80 C und SR80 CE
1989-1990: SR50/1 B, SR50/1 C, SR50/1 CE, SR80/1 C und SR80/1 CE

1990-2002: Suhler Fahrzeugwerk GmbH

1989-1991: DUO 4/2
1990-1994: S53, auch unter Namen „S53 alpha“
1991-1994: S83, auch unter Namen „S83 alpha“

1992-199?:

SR 50, auch als Elektro-Version in Zusammenarbeit mit der Firma Stegau Elektroantriebe
1996-2001: Star 50, mit Variomatic-Getriebe und Katalysator
1997-1998: Habicht 50 S

1999-2002:

Sperber 50Sport, Fortsetzung der unterbrochenen Weiterentwicklung der S52, Zentral-Federbein hinten, werksseitig auf Leistung getunter Motor
1999-2002:

Simson Schikra, auch als "Sport" Version mit Cockpitverkleidung

Elektroantriebe

1992-2002: Lastendreirad SD 50, Gastronomie- und Transportfahrzeug mit diversen Aufbauten, 50-ccm-Motor, unter verschiedenen Namen (City-Trans, Trucky, Albatros), auch als Elektro-Version in Zusammenarbeit mit der Firma Stegau